Rezension: Aus Ton geformt

Liebe Alle,

vor einigen Wochen stellte mir der Haupt-Verlag freundlicherweise ein Exemplar des Buches „Von Hand geformt“ für eine Rezension zur Verfügung. Ich hab mich darüber sehr gefreut und mich sogleich ans Werk gemacht. Allerdings dauert es immer ein wenig, bis man alleine so viel getöpfert hat, dass es sich lohnt, den Ofen anzumachen.

Die gute Nachricht ist aber: Mittlerweile habe ich einige Projekte aus dem Buch nachgetöpfert und mich von den Anleitungen inspirieren lassen. Doch fangen wir mit ein paar einleitenden Infos zum Buch an.

Buchcover, Internetseite des Hauptverlages
https://haupt.ch/aus-ton-geformt/2329783258603124

Titel: Aus Ton geformt - Eine Grundform, unendliche Möglichkeiten
Autorin: Susanne Michel
Verlag: Haupt Verlag
ISBN: 9783258603124

Auf der Internetseite des Hauptverlages  heißt es: „Ein perfekter Einstieg ins Töpfern: Von Hand, mit wenigen Materialien und Werkzeugen“ und das hat mich sofort angesprochen. Denn man kann beim Töpfern zwar diverse Werkzeuge aus dem Haushalt zweckentfremden und benötigt eigentlich nur sehr wenige Dinge, aber auch die Töpferindustrie verdient gerne Geld und erfindet für jedes Problem eine eigene Lösung. Das ist auch nicht immer schlecht, aber wie der zitierte Satz schon sagt: Zum Einstieg braucht man tatsächlich nicht viel. Und auch keine Drehscheibe - und ich bin bekanntermaßen große Freundin des Handaufbaus. Hält das Buch also, was es verspricht?

Schauen wir uns zunächst den Aufbau an: mit wirklich wenigen Hilfsmitteln (ein mit etwas Sand gefülltes Glas, ein Tennisball und eine Kreisschablone) werden verschiedene Grundformen aufgebaut. Die Platte oder Scheibe, die Halbkugel, ein Zapfen und eine Kugel. Die Anleitungen zum Erstellen dieser Formen sind Schritt für Schritt erklärt und sehr einfach nachzumachen.

Beispielseite für die Halbkugel von der Internetseite des Hauptverlages
https://haupt.ch/aus-ton-geformt/2329783258603124

Aus diesen Grundformen werden im Anschluß einzelne Objekte erstellt. Es gibt Praktisches und Dekoratives. Aus der Halbkugel entstehen zum Beispiel unter anderem Dipschälchen. Aus anderen Formen entstehen etwa Blumenretter, Gewürzbehälter, Tiere, Duftlampen oder Vasen.

Ich habe unter anderem diese Heringe nachgetöpfert:
Seite aus dem Buch von der Internetseite des Verlages
https://haupt.ch/aus-ton-geformt/2329783258603124

Allerdings habe ich sie leicht abgewandelt. So am Maul aufgehangen fand ich sie etwas… deprimierend.

Drei fliegende Fische

Die fliegen jetzt an der Terrasse vom Kotten


Die Löcher für die Aufhängung habe ich unterhalb der oberen Flosse gemacht.


Die Fische sind aus der im Buch beschriebenen Zapfenform entstanden, aus der ich außerdem auch einen Wal und eine kleine Wuppernixe getöpfert habe. Auch der Wal ist ein Buchprojekt, die Wuppernixe findet sich als Wassernixe ebenfalls im Buch. Ich mag so kleine Gesellen, die gute Laune verbreiten und Charakter haben.





Die Art der Formgebung hat mich aber auch inspiriert, verschiedene kleine Vasen zu töpfern.

Vase oder Pinselhalter




Was mir, abgesehen von den schönen Projekten, an diesem Buch auch gefällt, ist der ehrliche Hinweis zur Dichtigkeit von Ton. Ton ist dann dicht, wenn er sintert. Das heißt, seine Bestandteile schmelzen im Ofen so sehr zusammen, dass er eine Wasseraufnahme von unter 2% hat. Das kennt Ihr von den Terracotta-Blumentöpfen auf der Terrasse: manche saugen das Wasser auf und werden dunkel, wenn man die Blumen gießt. Die sind nicht gesintert und zum Beispiel auch nicht frostfest. Andere Tongefäße bleiben unverändert und nehmen kein Wasser auf. Die sind gesintert. Das Sintern geschieht je nach Tonart bei unterschiedlichen Temperaturen, die genauen Angaben findet man auf den Herstellerangaben der Verpackungen.
Wie auch immer, oft findet man Anleitungen, die vorgeben, Ton würde dicht durch aufgebrachte Glasur. Das ist falsch. Und das Schöne ist, dass die Autorin in diesem buch immer wieder darauf hinweist und mit diesem Thema professionell umgeht. Das gefällt mir sehr gut.

Fazit: Von meiner Seite ist das Buch eine klare Kaufempfehlung. Ich habe die ersten Projekte daraus nachgetöpfert und sie haben mich auch zu eigenen Arbeiten inspiriert. Das ist das Beste, was ein Buch mit Anleitungen machen kann: Es lässt uns über uns hinauswachsen. Und dennoch werde ich sicher auch noch andere Projekte aus dem Buch nachtöpfern und mich auch davon wieder inspirieren lassen.

Danke, lieber Hauptverlag, für das Bereitstellen dieses Buches und ein -wieder mal- inhaltlich und auch optisch hochwertiges und gelungenes Buch.

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit und sage bis bald,
Maike

PS: Für diese Rezension wurde ich übrigens nicht bezahlt.






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