Mein (gestempelter) Kalender

Ich trau mich kaum, es zu sagen, aber:

Mein Kalender für 2027 ist schon fertig. Aber fangen wir, wie immer, am besten irgendwo vorne an. In diesem Jahr, 2026, habe ich den schönen Kalender „Plan B“ vom Hauptverlag in Benutzung. Er ist sehr klar gestaltet und beinhaltet einige schöne Fotos aus Michaelas Büchern. Also ist er nicht nur gut strukturiert, sondern auch inspirierend. Und ich habe ihn auch gleich individualisiert.

Links der aktuelle Kalender, rechts der für 2027.

Die Wochenaufteilung finde ich auch praktisch: links eine Seite für alle Wochentage zum Planen, rechts eine Seite frei für Notizen.

Was mich ein wenig stört, ist jedoch das dünne Papier, das sich zwar gut anfühlt, aber Stempelfarbe oder Faserschreiber sehr durchschimmern lässt.


Würde ich nur mit Kugelschreiber oder Bleistift in den Kalender schreiben, wäre es mir wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Da ich aber doch öfter einen anderen Stift verwende, Textmarker im Einsatz sind oder ich einen Stempel zum Einsatz bringe, ist mir dieses dünne Papier öfter in die Quere gekommen.

Darüber hinaus habe ich manchmal zusätzlichen Platz für Notizen vermisst. Die rechte, freie Seite beinhaltet meist meine To-Do-Liste für die Woche. Erstmal passt das, auch wenn ich mir ein paar kleine Extranotizen für z.B. den Blog oder den Newsletter mache. Aber es gibt Notizen, die unabhängig von dieser Liste entstehen, weil sie noch nicht projektbezogen sind. Etwa Ideen für den Kotten oder Workshops. Diese Inhalte hätte ich gerne im hinteren Teil des Kalenders gesammelt, zusammen an einer Stelle. Es ist schwer, sie im Nachhinein zeitlich zuzuordnen und manchmal ist es nicht ganz einfach, den Platz für solche Projekte zwischen den To-Dos zu finden. Ich suche also ständig irgendwo diese Memos an mich selbst, denn Platz für Notizen bietet der Plan B nur auf einer Doppelseite am Ende des Kalenders - das reicht mir nicht.
Zu guter Letzt vermisse ich eine Monatsübersicht ganz am Anfang jedes Monats. Diese habe ich mir selbst gemacht, allerdings ging dafür dann eine Wochenseite für die To-Do-Liste flöten.

Irgendwann erinnerte ich mich, dass ich mir schon früher gerne Kalender selbst gestaltete. Diese Idee habe ich aufgegriffen und mich schon an den Kalender für 2027 gesetzt. Der November und der Dezember werden recht arbeitslastig, so dass ich Sorge hatte, es in dieser Zeit nicht zu schaffen und die Kalenderproduktion deswegen vorzog. (Und naja, einige Termine für 2027 stehen ja auch schon…)


Mein erster Gedanke war die Frage, wie ich das ganze Procedere irgendwie vereinfachen könnte. Klar, die Linien für die Unterteilungen einer Woche oder auch eine Monatsübersicht muss ich per Hand zeichnen. Wenn mann allerdings einmal die richtigen Maße hat, ist das mit einem Geodreieck recht einfach umzusetzen.
Aber wieso soll ich 52 Mal jeden einzelnen Wochentag schreiben, wenn ich ihn… richtig: stempeln kann!? Also habe ich mir alle Wochentage geschnitzt. Und danach, weil es einfach gut passt, einleuchtend ist und, ich gebe das gerne zu: mir auch Spaß macht, habe ich die Monate direkt hinterher geschnitzt. Und gleich noch ein „Woche“, damit ich auch die Wochennummern angeben kann. (Diese Angabe fand ich früher albern, weiß sie heute aber zu schätzen.)



Die Ziffern für das jeweilige Datum habe ich mit Fineliner von Hand geschrieben und einen farbigen Punkt darauf gestempelt. So sind sie deutlich sichtbar und gut zu erkennen.



Zugegeben: Ich habe mich auch verstempelt. Ja, das passiert. Ich hätte mich an dieser Stelle ärgern können, aber ach: Wie praktisch, wenn die Stempelgummireste vom Schnitzen haargenau passen und noch eine so wertvolle Aufgabe bekommen! Und außerdem ist der Kalender damit individualisiert.

Perfekt unperfekt.

Am Monatsanfang gibt es jeweils eine Übersicht und eine noch freie, weiße Seite.


Das wird später mein Titelblatt für den Monat. Eine schöne Sache, die ich aus dem „Plan B“ übernehme. Diese Seiten werde ich im Winterurlaub während der Rauhnächte gestalten. Die Rauhnächte (Achtung, Kurzfassung!) sind die 12 Nächte um den Jahreswechsel und jede Nacht ist einem Monat im Jahr zugeteilt. Die erste Nacht für den Januar, die zweite für Februar und so weiter. Allerdings habe ich das nie verstanden und fand es immer ein wenig abstrus. Jetzt hat es für mich einen Sinn, denn an jedem Abend werde ich die jeweilige Monatsseite gestalten und so über den Jahreswechsel aus der alten Zeit hinaus in die neue Zeit gleiten. Darauf freue ich mich jetzt schon!


Ich mag ihn jetzt schon, auch wenn er etwas dicker und schwerer ist als der alte Kalender. Aber es ist eben ganz MEIN Kalender, der zu mir und meinen Kalenderbedürfnissen passt. Genau wie der „Plan B“ wird er im nächsten Jahr Zeugnis meines Tuns und Treibens werden und mich begleiten, erinnern und unterstützen. 


Und der Kalender dieses Jahres wird schon jetzt immer wieder von mir durchblättert und geliebt. Es ist so schön, diese papiernen Erinnerungen zu haben, die so viele Momente in sich tragen - ohne dabei wie ein Tagebuch zu intim zu werden. Sie sammeln Eintrittskarten, Stempel, Andenken, aber auch Ideen, Erledigtes auf das ich stolz bin oder das einfach nur meine persönliche Entwicklung dokumentiert. Sie sind so viel persönlicher und nahbarer als der digitale Kalender im Smartphone (den ich trotz allem auch nutze). 
Meine Arbeit hat sich für mich gelohnt und ich freue mich auf und über diesen neuen Begleiter.

Danke, liebe Kalender, dass Ihr Euch einfach nicht abschaffen lasst!

Kommentare

  1. Wie unglaublich schön ist dein Kalender. Ich würde die Projekt Memos mit Datum versehen und von hinten nach vorne auf Extra Seiten platzieren. Ich genieße deinen blog sehr.

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  2. Wie wunderbar ist dein Kalender

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  3. Liebe Maike, du bist deiner Zeit voraus! Und wie schön, dass wir im neuen Kalender direkt schon gemeinsame Termine eintragen können!
    Deine Einwände zum Plan B kann ich voll und ganz nachvollziehen. Ich habe das Papier nicht ausgesucht, werde es mal an den Verlag rückmelden. Ich fühle mich aber irgendwie verpflichtet, auch in 2027 den Plan B zu nutzen. Ich habe ihn ja ergänzt durch ein Notizheft, das ich zusammen mit dem Kalender in ein textiles Gummibandbuch einhänge. Das ganze wird dann natürlich sehr dick, aber mit den Seiten im Kalender komme ich auch nicht aus.
    Deine Stempel sind wieder unglaublich, ich hätte mir wahrscheinlich mit abgekürzten Wochentagen beholfen MO DI MI... hätte ja auch gereicht, aber nicht bei dir!
    Gerade überlege ich, noch einen Kalenderworkshop im Dezember anzubieten, aber bei mir gibt es dann kopierte Seiten im individuellen Einband.
    Also viele Pläne für das nächste Jahr!
    Schönen Mittwoch wünsche ich
    Michaela

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